Berichte vom Schüleraustausch
von Bettina Dutschun, 9aR

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1. Tag 16.09.2001

Als wir nach einer Fahrt von ca. 14Std. endlich in Frankreich ankamen, waren wir so aufgeregt, dass wir alle kein Französisch mehr sprechen konnten und dadurch nicht aus dem Bus aussteigen wollten. Ich dachte als Erstes nur „ Oh nein“ ! und „ Das ist also meine Familie“ ! Nachdem wir ca. 10min. noch im Bus gestanden hatten, mussten wir dann doch aus dem Bus raus. Wir wurden unseren Familien vorgestellt. Ich kam zu Lucile David, mit der ich schon vorher ein paar Mal geschrieben habe. Wir mussten etwa 15min. nach Vouvant fahren. Vouvant ist das schönste Dorf Frankreichs.
Nach der Ankunft in Luciles Haus wurde ich von dem Vater Thierre, der kleineren Schwester Pauline und dem kleineren Bruder Julien begrüßt. Von Thierre und Pauline bekam ich ein Küsschen auf die linke und eines auf die rechte Backe. Julien gab, etwas schüchtern und ins Fernsehen vertieft, die Hand. Lucile zeigte mir als Erstes das Zimmer, das ich mit ihr teilen sollte. Pauline, die normalerweise mit Lucile in dem Zimmer schlief, „ besuchte“ in den 2 Wochen ihren kleineren Bruder Julien in seinem Zimmer. Danach durfte ich erst einmal meine Sachen in den Kleiderschrank räumen. Lucile zeigte mir als Nächstes das Haus, den Garten und die Schuppen. Dies erklärte sie mir freundlicherweise alles auf Deutsch, so dass ich nichts falsch verstehen konnte. Gegen 17.00 Uhr fuhren Lucile, Pauline, Julien, die Mutter Celine und ich nach Vouvant. Ich bekam die Stadt gezeigt, die Sehenswürdigkeiten u. v. m.
Nach der Stadtbesichtigung zeigte mir Lucile Familienfotos, wobei wir viel lachen mussten. Um 20.00 Uhr gab es Abendessen. Auch daran muss man sich gewöhnen, denn man isst in verschiedenen Gängen. Erst ein wenig Obst und Salat mit Brot und gesalzener Butter(!!!), danach gab es Warmes, dann Käse und zum Schluss noch Pudding oder Joghurt. Nach dem Waschen sind wir total müde ins Bett gefallen. Aber wir haben uns noch eine ganze Weile unterhalten.


2. Tag 17.09.2001

Heute mussten wir schon in die Schule und dazu gleich den ganzen Tag. Ich fuhr erst 5 min. mit dem Fahrrad zur Bushaltestelle, dann noch mal 25-30 min. mit dem Bus zur Schule. Um 8.00 Uhr stieg Anusuya mit ihrer Austauschpartnerin Estelle dazu. Gegen 8.30 Uhr trafen wir Deutschen uns in einem Lehrerzimmer. Dort wurden wir von dem Direktor und dem Deutschlehrer begrüßt. Danach bekamen wir Informationen über die Schulregeln, die Schule und die Dinge, die wir gemeinsam machen werden. Wir wurden auf verschiedene Klassen eingeteilt. Caro, Andy und ich kamen in die „ troisième A" . Lucile war aber in der 3C. Die 3A war eine sehr lustige Klasse, in der man sich schnell wohl fühlte. Leider, wie das so ist, mussten wir uns erst mal auf Französisch vorstellen. Die 2.Std., wir kamen erst in der 2.Std., hatte die 3A leider Französisch. Da wir kein Wort verstanden, bekamen wir nur ein Blatt, das wir uns dann selbst erarbeiten konnten. Ich sollte Andy und Caro auf Deutsch erklären, was es mit dem Blatt auf sich hatte. Die Franzosen haben ziemlich komisch geguckt. Um 12.20 Uhr war große Essenspause. Wir mussten auf dem Plan gucken, wann wir mit unseren Austauschpartner/innen (!!!) essen gehen konnten. 3c, wo Lucile ist, war eine der ersten 3 Klassen, so konnte ich gleich als Erste essen gehen. Nach der Pause hatten wir 2Std. Englisch mit den Franzosen. Um 17.00 Uhr wurden wir wieder alle abgeholt. Man steht in der Turnhalle und wartet, bis seine Busnummer über der Tür hängt. Ich fuhr mit der 6 und kam so als Erstes dran.
Um 18.00 Uhr waren Pauline, Lucile und ich in Vouvant. Wir aßen Baguette mit Schokolade und guckten ein wenig Fernsehen.


3. Tag 18.09.2001

Heute hatten wir Vormittags Unterricht, aber alle zusammen und nur Deutschunterricht.
Nach dem Essen in der Schulkantine gingen wir durch La Châtaigneraire zu dem „ Hôtel de Ville“ (Rathaus). Wir hörten uns die Geschichte der Stadt an und konnten Fragen stellen. Danach haben wir die Kirche besichtigt und sind anschließend zum Geldumtauschen. Als das nach einigen Komplikationen erledigt war, liefen wir zum SUPER U. Dieses Einkaufscenter ist etwa mit Kaufland zu vergleichen.

4. Tag 19.09.2001

Morgens bis zum Essen sind wir zu einer Seilfabrik in La Châtaigneraire gelaufen. Leider war das nicht besonders spannend. Danach ging es dann zum Internet Café. Dort war es zwar auch nicht besonders spannend, aber so war die morgendliche Zeit rum. Nach dem Essen, was zu Hause war, weil Mittwochnachmittag keine Schule ist, trafen wir uns mit den Franzosen zum Reiten oder zum Radfahren bei der Lisa in ST Maurice de Nauces. Ich bin Reiten gegangen, und da Christian nicht reiten wollte, hat er mit mir getauscht. So konnte ich zweimal reiten und er zweimal Fahrrad fahren. Mein Pferd hieß Copin ( d.h. Freund) und war total lieb, auch wenn die Fliegen es ein wenig genervt haben. Der Vater von Gaël, er war Lisas Französischer Vater, war ein toller Reitlehrer.

5. Tag 20.09.2001

In der 1ten Std. haben wir uns ein wenig auf den Elternabend vorbereitet. Wir stellten zusammen, wer Instrumente spielt, wer Texte vorführt und wer tanzt. In der 2ten Std. hatten wir Sport. Wir konnten entscheiden, ob wir Basketball, Badminton, Fußball spielen oder Klettern wollten. Ich entschied mich für Basketball spielen. Ich spielte mit Pati, Lisa, Lilly, Andy, Matthias, Elias, Laura, Diana, Eva, Benedikt, Madeleine und Anusuya. Wir wurden auf 2 Gruppen aufgeteilt. So spielte ich mit Madeleine, Laura, Andy, Matthias und Lilly in einer Mannschaft. Einmal gewannen wir und einmal spielten wir unentschieden.
Nach dem Essen sind wir ins „ à la Maison des Perles“. Wir wurden gefragt, ob wir eine Erklärung auf Französisch oder auf Englisch haben wollen. Worauf wir uns sofort für eine Erklärung auf Englisch entschieden, weil wir Englisch besser verstehen. Wir durften Perlen auch selbst bemalen, was viel Spaß gemacht hat. Nachdem wir alle ein wenig gestöbert hatten, war es auch schon wieder Zeit zu gehen, weil wir uns noch eine Bank angucken mussten.



6. Tag 21.09.2001

Heute fuhren wir mit unsern Austauschpartnern nach Sable d’ Olonne. Wir fuhren etwa eine Std. Nach der Ankunft sind wir erst einmal zum Hafen gelaufen, wo wir einen Zettel bekamen. Wir mussten mit unserem Austauschpartner eine Rallye machen. Das war teilweise ziemlich lustig. Aber bevor es richtig losging, fuhren wir mit einer Fähre auf die andere Uferseite.
Nach der Stadtrallye haben wir uns am Meer getroffen und konnten baden, oder in die Stadt gehen oder wir konnten spielen. Wir entschieden uns dazu ein wenig zu spielen und danach baden zugehen. Lisa, Lilly, Pati und ich spielten gegen Andy, Marco, Elias und Christian Volleyball. Das war ziemlich komisch, weil wir ohne Netz spielten. Danach sind wir dann auch baden gegangen, wobei Marco versuchte uns Mädchen ins Wasser zu schmeißen. Es gelang ihm auch außer bei mir bei allen Mädchen. Nach dem Baden sind Dorothea, Lisa, Lilly, Pati, Eva, Laura und ich in die Stadt gegangen.
Gegen 15.00 Uhr mussten wir wieder zurückfahren, LEIDER!!!
Abends bin ich mit Lucile nach Vouvant gefahren. Da es recht dunkel war, hat es mit den Fahrrädern viel Spaß gemacht. Wir guckten uns die beleuchtete Burg an und fuhren an einen kleinen Teich mit Fischen. Nach der Ankunft haben wir uns noch eine ganze Weile unterhalten.


7+ 8. Tag 22. + 23.09.2001

Heute morgen sind Lucile und ich erst um 9.00 Uhr aufgestanden. Bis zum Mittagessen haben wir uns gelangweilt. Na ja, wir haben 2 Partien UNO gespielt und uns Perlen Armbänder gemacht.
Nach dem Essen sind wir mit den Fahrrädern zu Estelle und Anusuya gefahren. Als Erstes machten wir einen Spaziergang und danach unterhielten sich Estelle mit Lucile und Anu mit mir. Wir mussten leider schon um 18.00 Uhr wieder fahren, weil Lucile und ich zu Verwandten Essen mussten.
Das Essen bei den Verwandten war dann aber total lustig, weil wir 4Std. essen mussten. Da es aber keiner der Kinder 4Std. am Tisch aushielt, konnten wir zwischendurch aufstehen und spielen gehen.
Als wir gegessen hatten, guckten wir uns noch Tarzan an.

Da sonntags eigentlich nichts los ist, bin ich mit meiner Familie zu einer Ausstellung nach La Châtaigneraie gefahren. Dort war auch die deutsche Partnerstadt Birkenfeld von La Ch. ausgestellt. Bis um 17.00 Uhr haben wir uns vergnügen können. Dort wurden Sportarten vorgeführt, die es in Deutschland gar nicht gibt. Das konnte ganz interessant sein.

9. Tag 24.09.2001

Morgens haben wir Vouvant besichtigt. Lisas Mutter zeigte uns die Kirche, die Burg und die Stadtmauer. Zum Schluss besichtigten wir noch den Turm der Melusine. Wir hörten uns eine ellenlange Geschichte an und mussten unendliche viele Treppen steigen.
Mittags machen wir eine Bootsfahrt wobei wir 1 toten Aal und 4 tote Fische sahen. Nach der Fahrt bekamen wir ein Experiment vorgeführt. Der Fahrer tauchte sein Ruder wild in das Wasser und hielt dann eine brennende Kerze daran. Und schon brannte das Wasser. Das kam dadurch, dass die vermoderten Blätter im Wasser ein Gas entstehen ließen.

10. Tag 25.09.2001

Heute morgen haben wir den Elternabend ein wenig mehr vorbereitet als ein paar Tage zuvor. Wir studierten Tänze ein, übten Musik und schrieben unsere Texte über unsere Dörfer. Danach sind wir zum SUPER U gelaufen. Da wir genügend Zeit hatten, nutzten Anu und ich das aus und spielten Verstecken. Das war ziemlich lustig.
Mittags sind wir mit dem Bus zu einem Wehrturm gefahren, und ließen uns eine ganze Menge über das Mittelalter erzählen. Nach dem Wehrturm guckten wir uns auf der Heimfahrt noch eine Windmühle an.
Da Anu heute nicht mit mir im Bus mitgefahren ist, holten mich die Franzosen nach hinten. Da haben wir dann total rumgealbert und uns kaputtgelacht.




11. Tag 26.09.2001

Heute sind wir morgens zum SUPER U gelaufen. Danach sind wir noch für 2Std. in den Computerraum gegangen.
Nachdem wir in unseren Familien gegessen hatten, wurden wir zu einem Bootsverleih gefahren. Man teilte uns mit den Franzosen in 2 Gruppen auf. Die eine Gruppe ging als erstes Klettern, die andere Rudern. Ich kletterte als erstes. Klettern machte mir sehr viel Spaß. Wir sollten an allen 4 Seilen einmal klettern. Eva und ich, wir schnappten uns die schwersten Seile als erstes. Danach sollten wir an den leichteren Seilen klettern, aber das machte dann keinen Spaß, weil wir es vorher schwerer hatten. Nach dem Klettern mussten wir Rudern gehen. Ich ruderte mit Caro und Anu. Wir mussten ungefähr 1Std. und 20min. rudern, was überhaupt keinen Spaß machte. Daraufhin hatte ich tagelang Rückenschmerzen.
Abends hatten wir Elternabend. Wir lasen unsere Texte über unsere Dörfer und führten einige Tänze vor. Die Franzosen sangen 1 Lied und tanzten 1 Tanz.
Aber bevor dies geschah, aßen wir. Danach spielten die Jungs Fußball und wir Mädchen redeten eine Weile mit uns selber. Später sprachen Caro, Lucile und ihre Freundin und ich zusammen. Nach einer Weile kamen immer mehr Jungs dazu. Aber der Abend hat sehr viel Spaß gemacht und das ist ja die Hauptsache!!!


12. Tag 27.09.2001

Heute sind wir mit unseren Partnern nach La Rochelle gefahren.


Gesamtbericht:

Meiner Meinung nach ist dieser Austausch eine gute Sache. Ich finde, dass ich viel Neues gelernt habe. Am Anfang gibt es einige Probleme mit dem Verstehen der Sprache. Aber auch diese lösten sich, als ich erst einmal ein paar Tage in der Familie lebte. Es gibt Dinge bei denen ich mich umgewöhnen muss z.B. die Essensgewohnheiten bei den Franzose oder das schnelle Sprechen. Doch ich lernte dies alles schnell und gewöhnte mich auch an das Sprechen. Teilweise gab es Sätze die ich nicht verstand, aber die Familie bemühte sich langsam zu Sprechen oder sie machte es mir auf Englisch klar. Manchmal musste auch Lucile ein wenig nach helfen z.B. ich sagte einen Satz auf Englisch und sie übersetzte ihn ihrer Familie auf Französisch. Bei manchen Wörtern musste auch mal das Wörterbuch nachhelfen, doch das machte keinem von uns was aus. Lucile hat mir auch oft Wörter die ich falsch ausgesprochen hatte richtig bei gebracht. Das beruhte aber auch auf Gegenseitigkeit. Ich brachte ihr neue deutsche Wörter bei und sie mir französische. Sie konnte einem manchmal wirklich fast den letzten Nerv rauben, weil sie ständig fragte wie dies oder das ausgesprochen wird, wenn sie sich die schwierigsten Worte aussuchte, doch das war bei mir sicher nicht anders. Die Hauptsache ist, das der Austausch Spaß gemacht hat, und das hat er. Caro und ich haben neue Freunde kennen gelernt, mit denen wir auch gleich Adressen austauschten.
Ich bin der Meinung, das man diese Austausche weiter empfehlen und sie weiterhin durchführen kann!!!

Bettina Dutschun