Die Freiherr-vom-Stein-Schule in Hünfelden wurde 1971 als Grund- und Hauptschule gegründet. 1974 wurde die freiwillige Förderstufe eingeführt, 1976 die Realschule eingerichtet. Am 1.8.1988 wurde der gymnasiale Zweig hinzugefügt und die Schule in eine schulformbezogene kooperative Gesamtschule umgewandelt.
Geschichtlicher Rückblick - das Werden der Schule
(nach einem Bericht der ersten Rektorin Elisabeth Koch)

Elisabeth Koch
Die Großgemeinde Hünfelden umfasst die ehemaligen Gemeinden Dauborn (mit Gnadenthal), Heringen, Kirberg, Mensfelden, Nauheim, Neesbach und Ohren und liegt zu beiden Seiten der alten Hühnerstraße, heute B 417, im Südteil des Landkreises Limburg-Weilburg in Hessen.
Hünfelden zählt 9297 Einwohner. Trotz der üblichen nachbargemeindlichen Rivalitäten zwischen den Dörfern gab es immer das Bewusstsein einer Zusammengehörigkeit, das historisch bedingt war:
Den Grafschaften Diez und Nassau unterstellt, deren Herrschaftshäuser sich im 16. Jahrhundert der protestantischen Lehre anschlossen, entstand hier eine evangelische "Insel" im ansonsten katholischen Bereich, ein sogenanntes "Blaues Ländchen" im späteren Kreis Limburg. Die geistige Bildung seiner Untertanen war ein Anliegen des Grafen Johann Vl. des Älteren von Nassau-Dillenburg, das von ihm intensiv gefördert wurde. Am 22. September 1590 baten ihn daher die Gemeinden Dauborn und Eufingen um eine Beihilfe zur Errichtung einer Schule für ihre Kinder. Sie erhielten auf gräfliche Anweisung 20 fl aus einem Kanonikat (Amt) zu Diez und konnten nun zusammen mit einer weiteren Spende aus den beiden Orten ihre erste Schule erbauen. Sie stand etwa da, wo auch die späteren Schulen errichtet wurden. 1786 wurde das erste Schulhaus abgerissen und ein neues erbaut. Aber auch dieses reichte bald nicht mehr aus. Die in unmittelbarer Nachbarschaft stehende alte Eufinger Kapelle wurde abgebrochen und 1830 an deren Stelle die jetzige Alte Schule errichtet. 1900 wurde gleich nebenan die sogenannte Neue Schule als Backsteinbau errichtet, die neben den Klassenräumen auch zwei Lehrerwohnungen enthielt.
Es gab noch ein weiteres Faktum, das die sieben Gemeinden verband: Sie stellten so etwas wie bildungspolitisches Entwicklungsland dar. Die nächsten weiterführenden Schulen befanden sich in der Kreisstadt Limburg und waren nur unter sehr großem Aufwand zu erreichen. Die Folge war, dass nur wenige Schüler eine andere als die örtliche Volksschule besuchten.
Vor diesem Hintergrund entwickelte sich die Vorstellung, eine Schule für eben diese sieben Dörfer zu bauen, ortsnah und ausbaufähig.
1964
wurde der "Schulverband Hühnerstraße" gegründet, der in jahrelangen Bemühungen und Verhandlungen die Voraussetzungen schaffte für den Bau der Mittelpunktschule.
1967
Im Vorgriff auf die neue Schule initiierte der damalige Schulrat, Bodo Metz, 1967 eine erstaunliche Aktion: Alle Schüler der sieben Gemeinden sollten in Jahrgangsklassen in den alten Schulgebäuden unterrichtet werden. Schulbusse sollten die Kinder aus ihrer Heimatgemeinde zum jeweiligen Schulort befördern.
1971
Die betroffenen Eltern, längst hellwach und aufgeschlossen für alles, was eine Verbesserung der schulischen Situation versprach, stimmten dem Plan zu. Vier Jahre lang wurde diese Übergangsregelung praktiziert, dann konnte die neue Schule (1971) bezogen werden. Nach dem Willen aller Beteiligten sollte sie eine Gesamtschule werden, eine Schule für alle Kinder Hünfeldens. Die Einbeziehung der Grundschule war von Anfang an vorgesehen. Dass es zunächst nur eine Grund- und Hauptschule wurde, war zwar eine große Enttäuschung, führte aber nicht zur Aufgabe des Planes.
Als sich die Möglichkeit bot, die freiwillige Förderstufe einzuführen, wurde diese ebenso mit breiter Mehrheit beantragt und realisiert, wie zwei Jahre später die Realschule. Der letzte Baustein war 1988 - wiederum vom Willen...der Eltern und Bürger getragen - der gymnasiale Zweig.
Die Freiherr-vom-Stein-Schule Hünfelden wurde 1971 mit 26 Klassenräumen ausgestattet, wie es der damaligen Anzahl der Klassen entsprach. Inzwischen (2001) umfasst sie über 40 Klassen und platzt aus allen Nähten: Die "Betreuung" wurde im ehemaligen Hausmeisterhaus untergebracht, die Vorklasse, eine Grundschulklasse und zwei Gymnasialklassen im Keller, das Lehrerarbeitszimmer, der Biologie-Raum, der Handarbeitsraum und ein Werkraum sind von Klassen belegt. Die vierten Klassen der Grundschule wurden aus Platzmangel im Neubau ins Hauptgebäude verlegt.
2000
In der Bauphase befindet sich der Aus- und Umbau der ehemaligen Fahrradhalle in einen Werkraum-Trakt. Dort sollen drei neue Werkräume mit den dazugehörigen Maschinen- und Materialräumen entstehen. Der Umbau hat im September 1999 begonnen. Ende 2000 beginnt der Umzug. Weiterhin ist ein zweiter Informatikraum im Grundschulbereich eingerichtet worden. Dieser zweite Informatikraum steht seit Anfang Semptember 1999 auch für Kurse der VHS zur Verfügung. Der erste dort gehaltene Schreibmaschinenkurs wird von Frau Hauske geleitet. Seit Ostern 2000 kann auch dort mit Windows 95 gearbeitet werden. Im August wird Herr Schneider neuer Schulleiter. Unsere Homepage startete am 19.12.2000.
2001
Anfang 2001 wurde der Werkraum-Trakt fertig.
In der letzten Schulwoche vor den Herbstferien fand eine Projektwoche statt.
Im ersten Informatikraum wurde vom Förderverein ein
neues Netzwerk mit 100MB-Netzwerkkarten, Hub, Switch und Twisted Pair-Kabeln
eingerichtet. Ende September feierten wir 30 Jahre Freiherr-vom-Stein-Schule...
2002
Im August 2001 startete das Hessische Kultusministerium den Online-Wettbewerb
Hessens Schulen im Netz. Am 15. Februar 2002 hat die Hessische Kultusministerin
Karin Wolff bei Provadis in Frankfurt Höchst die Sieger ausgezeichnet. Wir
gewannen einen Sonderpreis für die ausführlichste Lehrer-Seite!!! ..mehr...
Kurz vor den Sommerferien 2002 wurde der Informatikraum 1 vollständig
geräumt, um für die neuen Computer Platz zu schaffen. Ab dem 25.06. wurde von
Mitarbeitern der Firma PAULY die neue Ausstattung aufgebaut...Am 01.07. wurden
dann die neuen Computer und Monitore geliefert und aufgebaut.
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2003
Im Schuljahr 2002/03 steht die Sanierung der Schule wegen der PCB-Belastung im Vordergrund. Zunächst wurde das ehemalige Lehrerzimmer saniert, anschließend der Musiksaal. Geplant ist ein Umbau des Verwaltungstrakts. Im Bereich Informatik kann im Computerraum mit neuer Soft- und Hardware gearbeitet werden. Gegenüber der Schule entsteht ein neues Wohngebiet. Dabei sollen die Zufahrten und Parkmöglichkeiten ebenfalls neu gestaltet werden.
2004
Im Schuljahr 2003/04 trauern wir Ende September über den Tod unserer Kollegin Ursula Schneider. Der Schulleiter Herr Schneider wird am 18.09.2003 vorläufig vom Dienst suspendiert.
2008
Im Schuljahr 2008/09 trauern wir Ende Oktober über den Tod unserer ersten Rektorin Elisabeth Koch.